Comeback nach der Schwangerschaft: Sophie Souwer im Interview

Sophie Souwer erzählt im exklusiven Interview, wie sie nur sechs Monate nach der Geburt ihres Sohnes ein beeindruckendes Comeback nach der Schwangerschaft feierte. Erfahre, welche Herausforderungen sie meistern musste und welche Tipps sie Müttern gibt, die nach der Geburt wieder aktiv werden wollen.

Sophie Souwer’s persönlicher Hintergrund

Sophie Souwer zählt zu den erfolgreichsten Ruderinnen der Niederlande. Als zweifache Olympionikin und Weltmeisterin im Coastal Rowing hat sie auf internationaler Bühne beeindruckende Erfolge gefeiert. Ihre Karriere ist geprägt von Disziplin, Ausdauer und einer tiefen Leidenschaft für den Sport. Doch neben den Herausforderungen des Leistungssports stellte sie sich einer ebenso prägenden Aufgabe: der Mutterschaft.

Nach der Geburt ihres Sohnes musste sie nicht nur ihren Körper neu aufbauen, sondern auch ihren Alltag als Mutter, Sportlerin und Hebamme in Einklang bringen. Sechs Monate später feierte sie ein bemerkenswertes Comeback nach der Schwangerschaft – und wurde Weltmeisterin im Coastal Rowing. Ein Erfolg, der zeigt: Mit Hingabe, Geduld und der richtigen Balance ist vieles möglich.

Auf unseren Social-Media-Kanälen haben wir regelmässig über Sophies Rückkehr in den Sport berichtet. Nun möchten wir mit diesem Interview alle Eindrücke zu ihrem Comeback nach der Schwangerschaft bündeln. Es gibt einen umfassenden Einblick in ihre aussergewöhnliche Reise – von den ersten Herausforderungen nach der Geburt bis zu ihrem beeindruckenden sportlichen Wiederaufstieg.

In diesem Gespräch erzählt Sophie Souwer von den Höhen und Tiefen dieser Zeit. Sie spricht über die körperlichen und mentalen Herausforderungen des Mutterseins und des Leistungssports. Ausserdem berichtet sie, wie sie Familie, Beruf und sportliche Ambitionen miteinander vereint – und gibt wertvolle Tipps für Mütter, die nach der Geburt wieder aktiv werden möchten.

Der Wiedereinstieg in den Sport

Sophie, fast ein Jahr nach deiner Schwangerschaft: Wie geht es dir heute, sowohl persönlich als auch sportlich?

Ich bin wirklich glücklich mit dem, wo ich jetzt bin. Mein Leben neu zu organisieren war eine Herausforderung, denn ich wusste, dass es nie wieder so sein würde wie vorher. Aber im Moment läuft es gut. Ich arbeite an meiner Fitness, trainiere ein- bis zweimal am Tag und finde allmählich einen Rhythmus, der es mir erlaubt, Sport, Arbeit und Familienleben unter einen Hut zu bringen.

Mein Comeback nach der Schwangerschaft war nicht einfach, aber ich habe gelernt, geduldig mit mir zu sein und die Fortschritte Schritt für Schritt zu feiern. Die grösste Herausforderung bestand darin, all diese verschiedenen Aspekte gleichzeitig zu verwalten. Aber bisher machen wir einen guten Job – mein Sohn ist glücklich und ich habe die Energie, alles im Gleichgewicht zu halten.

Du hast eine beeindruckende Karriere als Ruderin hinter sich. Welche Bedeutung hat der Sport für dich und wie hat er dich geprägt?

Coastal Rowing 2024, Sophie Souwer bei ihrer Comeback nach der Schwangerschaft

Meine Karriere als Ruderin – inklusive der Teilnahme an zwei Olympischen Spielen – hat mich nicht nur sportlich, sondern auch persönlich tief geprägt. Der Hochleistungssport hat mir Disziplin, mentale Stärke und den Umgang mit Druck beigebracht – Fähigkeiten, die mir heute in vielen Lebensbereichen zugutekommen, besonders als Hebamme.

Gerade in herausfordernden Situationen während einer Geburt hilft mir meine Erfahrung, ruhig und fokussiert zu bleiben. Der Sport hat mir gezeigt, wie wichtig innere Stärke und Resilienz sind – Eigenschaften, die mir vor allem während meiner Schwangerschaft und beim Comeback nach der Schwangerschaft enorm geholfen haben.

Der Weg zurück in den Sport nach einer Geburt ist kein einfacher. Körper, Geist und Alltag verändern sich – aber die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen, sich neu zu motivieren und Schritt für Schritt zurückzukämpfen, ist entscheidend. Mein Comeback nach der Schwangerschaft war nicht nur ein sportliches Ziel, sondern auch ein persönlicher Beweis dafür, wie viel man mit Geduld, Vorbereitung und Selbstvertrauen erreichen kann.

Mein Comeback nach der Schwangerschaft: Herausforderungen und Erfolge

Wie hast du die Pause vom Leistungssport während deiner Schwangerschaft erlebt? Gab es besondere mentale oder körperliche Herausforderungen?

Es fiel mir nicht leicht, eine Pause vom Leistungssport einzulegen. Vor meiner Schwangerschaft war ich in Topform – körperlich stark, voller Energie und fokussiert. Doch bereits sechs bis sieben Wochen nach Beginn der Schwangerschaft merkte ich, wie meine Energie allmählich nachliess.

Diese Phase war mental sehr herausfordernd. Man kann sich noch so gut vorbereiten – aber wie der eigene Körper auf die Schwangerschaft reagiert, lässt sich kaum vorhersagen. Während manche Frauen bis zur Geburt leistungsfähig bleiben, spüren andere schon früh Erschöpfung. Ich musste lernen, loszulassen und zu akzeptieren, dass mein sportliches Leistungsniveau vorübergehend eingeschränkt sein würde.

Nach der Geburt fand ich jedoch eine ganz neue Quelle der Motivation. Mein Ziel war klar: Ich wollte meine Kraft zurückgewinnen und wieder in Form kommen. Dieser Perspektivwechsel war entscheidend. Mein Comeback nach der Schwangerschaft war kein Wettlauf – sondern ein Prozess, Schritt für Schritt, mit Geduld und Vertrauen in meinen Körper.

Konntest du während der Schwangerschaft aktiv bleiben? Welche Sportarten hast du betrieben?

Ja, ich bin während der Schwangerschaft aktiv geblieben – aber ich musste meine Erwartungen anpassen. Anstatt wie gewohnt zu trainieren, habe ich mein Sportprogramm flexibel gestaltet. Ich setzte auf Radfahren und gezieltes Krafttraining, doch das Laufen musste ich früher als gedacht pausieren. Als mein Bauch wuchs, wurden meine Einheiten automatisch weniger intensiv. Trotzdem war es mir wichtig, in Bewegung zu bleiben.

Diese bewusste Entscheidung, aktiv zu bleiben, hatte einen enormen Einfluss auf meine postpartale Genesung. Sportarten wie Radfahren, Wandern, Krafttraining und Pilates waren ideal, um meine Fitness zu erhalten, ohne meinen Körper übermässig zu belasten. Sie halfen mir nicht nur körperlich, sondern auch mental – und legten das Fundament für mein Comeback nach der Schwangerschaft.

Nur sechs Monate nach der Geburt hast du grosse Erfolge gefeiert, darunter der Weltmeistertitel im Coastal Rowing. Wie hast du dieses schnelle Comeback nach der Schwangerschaft geschafft?

Die Entscheidung, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, war eigentlich spontan – eine lustige Idee, die ich gemeinsam mit ein paar Freunden verfolgte. Doch was als lockerer Plan begann, wurde am Ende ein grosser Erfolg.

Für die Vorbereitung setzte ich auf gezieltes, hochwertiges Training. Es ging nicht darum, wie oft oder wie lange ich trainierte, sondern darum, wie effektiv jede Einheit war. Qualität statt Quantität – das war mein Motto. Besonders hilfreich war die Integration von hochintensivem Intervalltraining (HIIT) in meine Routine. Damit konnte ich in kurzer Zeit Kraft, Ausdauer und Explosivität zurückgewinnen.

💡 Tipp: Mehr zu HIIT-Training findest du hier in unserem  früheren Blog-Beitrag.

Athletische Leistung und Organisation

Wie organisierst du dein Training mit einem kleinen Kind und einem vollen Terminkalender?

Sophie Souwer bei ihrer Comeback nach der Schwangerschaft. Meine oberste Priorität ist es, Stress zu vermeiden und die Zeit mit meinem Sohn bewusst zu geniessen. Deshalb ist mein Training effizient, flexibel und an meinen Alltag angepasst. Wenn ein Training nicht wie geplant funktioniert, ist das kein Problem – ich versuche es einfach am nächsten Tag erneut, ohne Druck.

Erholung ist genauso wichtig wie Training. Besonders während der Stillzeit ist ausreichend Schlaf essenziell für meine Regeneration. Da mein nächtlicher Schlaf oft unterbrochen ist, nutze ich jede Gelegenheit für Powernaps – gerne auch direkt an der Seite meines Sohnes. Diese Ruhephasen helfen mir, Energie zu tanken.

Ernährung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Ich achte auf regelmässige Mahlzeiten, trinke viel Wasser und setze auf eine eiweissreiche Ernährung, um Muskelaufbau und Regeneration zu unterstützen. Die erhöhte Proteinzufuhr hat mir auch beim Abnehmen geholfen – eine einfache, aber effektive Strategie.

Beim Training setze ich auf Qualität statt Quantität. Lange Einheiten sind nicht immer möglich, also mache ich aus jeder Session das Beste. Wenn ich Energie habe, fordere ich mich heraus – körperlich und mental. An Tagen, an denen ich müde oder emotional erschöpft bin, lasse ich es ruhiger angehen. Ich höre auf meinen Körper und trainiere ohne Druck – Hauptsache, es fühlt sich gut an.

Hat sich dein Trainingsansatz geändert, seit du Mutter geworden bist?

Auf jeden Fall – mein Alltag hat sich verändert, aber ich habe gelernt, meine Zeit klug zu nutzen und effizienter zu trainieren. Jeder Moment zählt: beim Training, im Beruf oder in der Zeit mit meiner Familie.

Anstatt an einer starren Routine festzuhalten, höre ich heute viel mehr auf meinen Körper. An Tagen, an denen ich mich energiegeladen fühle, fordere ich mich bewusst heraus. Aber genauso wichtig sind die ruhigen Tage: Wenn ich mich ausgelaugt oder erschöpft fühle, trainiere ich mit geringerer Intensität – und das ohne Schuldgefühle.

Inspiration und Motivation

Woher nimmst du die Energie, deine verschiedenen Rollen als Mutter, Sportlerin und Hebamme erfolgreich zu bewältigen?

Ich hatte schon immer viel Energie und Disziplin – das hat mich als Sportlerin geprägt. Heute sind meine Ziele persönlicher geworden: Ich möchte mich in meinem Körper wohlfühlen, meiner Leidenschaft für Bewegung treu bleiben und gleichzeitig die beste Mutter und Hebamme sein, die ich sein kann.

Diese kleinen, aber bedeutungsvollen Ziele motivieren mich jeden Tag. Auch wenn nicht alles immer leicht ist – gerade in der Phase des Comebacks nach der Schwangerschaft – finde ich in den Herausforderungen Sinn. Der Blick in das lachende Gesicht meines Sohnes erinnert mich immer wieder daran, dass sich jeder einzelne Schritt gelohnt hat.

Hattest du Momente des Zweifelns – als Mutter oder als Sportlerin? Wie hast du diese überwunden?

Selbstverständlich! Jeder Mensch zweifelt hin und wieder. Man fragt sich, ob man genug für sein Kind da ist oder ob man sich zu viel zumutet. Ich hatte gelegentlich Schuldgefühle, wenn ich Sport gemacht habe, während jemand anderes auf meinen Sohn aufgepasst hat. Doch ich habe gelernt, dass Selbstfürsorge essenziell ist. Wenn ich mich selbst stärke, kann ich auch mehr für meine Familie da sein. Mein Sohn ist ein glückliches Kind, und das zeigt mir, dass wir als Familie den richtigen Weg gehen.

Welche Botschaft möchten Sie anderen Müttern mitgeben, die einen sportlichen Wiedereinstieg nach der Schwangerschaft anstreben?

Setzt euch kleine, realistische Ziele und fangt langsam an! Selbst wenn es nur zehn Minuten Pilates oder ein kurzer Spaziergang mit dem Kinderwagen ist – jeder Anfang zählt. Hört auf euren Körper und steigert euch in eurem eigenen Tempo. Wichtig ist, dass ihr eine Sportart findet, die euch Spass macht und sich gut in euren Alltag integrieren lässt.

Vergleicht euch nicht mit anderen, sondern fokussiert euch auf eure eigenen Fortschritte. Es geht nicht darum, sofort wieder auf dem alten Leistungsniveau zu sein, sondern Schritt für Schritt stärker zu werden und euch wohl in eurem Körper zu fühlen. Lasst euch nicht entmutigen, wenn es mal nicht so läuft – jeder Tag ist anders, und das ist völlig in Ordnung.

Erwartet nicht, dass jeder Tag perfekt ist, aber gebt euch die Chance, Bewegung wieder als positiven Teil eures Lebens zu sehen. Manchmal sind es die kleinen, konsequenten Schritte, die langfristig den grössten Unterschied machen. Geniesst den Prozess und feiert eure Erfolge – egal, wie klein sie erscheinen mögen!

 

Vielen Dank, Sophie! Das NoDoubt-Team wünscht dir weiterhin viel Erfolg!

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